Reise zu den Menschen
© Jens Große-Brauckmann
Im kleinen
Tausendfüßlerstaat rumort es. Kasper, der
König, läuft in seinem Palast hin und her.
Sein jüngster Sohn hat die Masern. Die Königin und
der König sind besorgt und mit ihnen das ganze Volk.
Mops, so heißt der Kleine, wird eigentlich
„Allein-um-die-Welt“ genannt, weil er mal aus dem
Palast ausgerissen ist und allen erzählt hat, dass er allein
um die Welt reisen will.
Pit, der Erfinder, und sein treuer Freund Max, der Schriftsteller,
kramen mal wieder in der alten Fotokiste.
„Ach, was waren das Schöne Zeiten“, sagt
Pit. Max findet eine Aufnahme mit Pits altem Motorrad.
„Pit, da hast du jetzt Flügel dran gebaut.“
„Ja, Max, aber das Beste ist doch meine neuste Maschine. Die
Vergrößerungs- und Verkleinerungsmaschine. Damit
kann ich mich selbst vergrößern und verkleinern,
auch dich!“
Mops liegt im Bett und langweilt sich. Sein ganzer Körper hat
rote Tupfer.
Pit schraubt an seiner neuen Maschine. Die Lupe ist noch nicht richtig
eingestellt. Max liest eine
Tiergeschichte auf Pits Sofa.
Kaspar, der König seufzt: „Schon drei Tage liegt er
im Bett.“
Die Königin: „Ach, am Wochenende ist er wieder
fitt.“
Es vergehen zwei Wochen. Pit beschließt, die neue Maschine
auszuprobieren.
„Max, hast du Lust auf eine Reise zu den Ameisen?“
„Meinst du das ernst?“
„Ja, wir probieren meine neue Maschine aus.“
„O.k., dann mal los!“
Mops spaziert um den Palast herum. Die Masern sind endlich weg und die
frische Luft tut gut.
Pit wirft seine Maschine an, Max steigt ein und mit lautem
Getöse reisen sie in Stecknadelgröße.
Mops hält sich die Ohren zu. „Was ist das
für ein Krach?“
Max und Pit hören in der Gerne ein Knacken und Knistern.
„Pit, das sind keine Bäume, das ist Gras.“
Eine Stimme kommt näher. „Links zwo drei vier, links
zwo drei vier.“
Mops: „Oh, was ist das für ein Ding auf der
Lichtung. Das muss ich mir doch mal ansehen.“
Pit und Max verkriechen sich n die Maschine.
Mops: „Da sitzen ja welche drin. Hallo!“
Pit und Max: „Hallo, du bist ja freundlich! Wir kennen uns
doch noch gar nicht.“
Mops: „Ach, das ist nicht so wild.“
Pit: „Wir wollen eure Welt mal besuchen. Wir leben
normalerweise in der großen Welt.“
Mops: „Da möchte ich auch mal hin!“
„Dann probiert doch mal, wir haben noch Platz.
„Au ja! Die Leute bei uns nennen mich übrigens
‚Allein-um-die-Welt’, weil ich immer schon mal
um die Welt reisen wollte.“
Die Maschine heult auf und sie stehen in Pits Hof.
‚Allein-um-die-Welt’ ist so groß wie zwei
VW Bullis.
Zum Glück hat Pits Haus eine große Diele. Max setzt
sich an den Computer und schreibt und schreibt.
‚Allein-um-die-Welt’ ist begeistert von Pits
Erfindungen
„Max, was schreibst du?“, fragt
‚Allein-um-die-Welt’.
„Das wird ein neues Buch.“
„Wie soll es heißen?“
Max: „’Die Reise zu den Menschen’. Es
handelt von uns.“
Mops kann sich in der Diele kaum bewegen.
Pit meint zu Mops: „Du kannst in meiner Scheune
übernachten.“
Am nächsten Morgen gibt’s ein reichhaltiges
Bauernfrühstück. Dann soll es in die Stadt gehen.
Mops soll auf Pits Tieflader. Um zehn Uhr geht’s los.
Pit bleibt vor der Bäckerei stehen. Mops frisst vierzig Brote
am Tag. Pit kauft zweihundert für die nächsten Tage.
Dann geht es zum Gemüsehändler, dort kauft Pit
zwanzig Zentner Kartoffeln, Mohrrüben, Blumenkohl, rote Beete
und viel Obst. Mops hat einen riesigen Appetit.
Pit: „Lange kann ich mir das nicht leisten.“
Mops aalt sich in der Sonne. Er ist schon ganz braun.
Ein paar Tage später beschließt Pit, Mops wieder in
seine Heimat zurück zu bringen. Max schreibt
an seinem Buch, möchte aber auch mit.
Sie steigen in Pits Maschine und es geht los. Wieder auf der Lichtung
verabschieden sie sich und Pit und Max versprechen bald wieder zu
kommen.
* * *